TSS unterstützt geschlossene sächsische Reisebüros

Nachdem vergangene Woche das Oberverwaltungsgericht Bautzen den Antrag auf Eilverfahren hinsichtlich der in der Sächsischen Notfallverordnung erlassenen Reisebüroschließungen abschlägig beschieden hat und es keine Rechtsmittel gegen den Beschluss gibt, wird die TSS-Kooperation nun ihre Reisebüros anderweitig unterstützen.

„Der Beschluss ist weiterhin enttäuschend, frustrierend und kaum nachvollziehbar, aber wir können und wollen nicht den Kopf in den Sand stecken.“ so TSS-Geschäftsführer Manuel Molina. „Die Juristen haben Herrn Wintraken und mir davon abgeraten, einen Normenkontrollantrag im Hauptsacheverfahren zu stellen. Kämpferisch genug wären wir gewesen, aber wenn die Erfolgsaussichten gen Null tendieren, reicht auch das leider nicht. Niemandem ist geholfen, wenn wir weiter gegen Windmühlen anrennen.“

Da bedauerlicherweise auch die neue Sächsische Verordnung, die am Montag in Kraft getreten ist und zunächst bis 09. Januar 2022 gilt, keine Öffnung von Reisebüros für Publikumsverkehr vorsieht, prüft die TSS nun einen anderen rechtlichen Weg.

„Ich sehe das Ganze, bei allem Verständnis für die Notwendigkeit pandemiebekämpfender Maßnahmen, als ganz klar wettbewerbsverzerrend für die sächsischen Kolleginnen und Kollegen. Es ist schwierig zu verstehen, wenn bei ähnlichen Rahmenbedingungen ein Reisebüro in Leipzig für Kunden geschlossen bleibt und wenige Kilometer entfernt in Halle Kunden empfangen werden können. Die Voraussetzungen sind durch die Regulierung grundverschieden, die wirtschaftlichen Parameter bleiben aber für beide Büros die gleichen. Das entspricht nicht meinem unternehmerischen Verständnis.“ so Molina weiter.

Daher wird die TSS eine Prüfung in die Wege leiten, inwieweit juristisch Schadensersatzansprüche für die Zeit der Schließungen geltend gemacht werden könnten. Zudem werden Gespräche mit Reiseveranstaltern und Leistungsträgern geführt, um hier auf die ungleichen Ausgangslagen hinsichtlich Erreichung von Mindestumsätzen oder Staffeln aufmerksam zu machen und ggf. Anpassungen für die betroffenen Agenturen vorzunehmen.
„Da dies allerdings ein längerer Weg werden könnte, werden wir für die geschlossenen TSS-Partnerbüros in Sachsen für die Zeit der Schließung, die sich im worst case bis Mitte März 2022 erstrecken könnte, unseren TSS-Liquiditätsbonus verdoppeln. Hierdurch ist ein Bonus von 300 bis 400 EUR je Monat und Partner erreichbar. Es kompensiert sicher nicht die Schließungen, aber dennoch soll es ein weiterer aktiver Schritt sein, der den betroffenen Reisebüros signalisiert, dass sie nicht allein sind und wir gemeinsam weiterhin nach Lösungen suchen.“ so Molina.

Dresden, 16.12.2021