Außendienst in Krisenzeiten – mal ganz anders

Als TSS-Repräsentant für die Region Ost begleitet und organisiert Kevin Walther zusammen mit zahlreichen Büros jeglicher Kette und Kooperation von Anfang an die aktuellen Aktionen und Demonstrationen. Es geht darum, gemeinsam Flagge zu zeigen und auf die Auswirkungen auf die gesamte Bandbreite des Tourismus aufmerksam zu machen.

Sein Auto bewegt er schon seit einigen Wochen nicht mehr ansatzweise so viel wie in „normalen Zeiten“. Doch heute Morgen standen wichtige Kilometer auf der Agenda, denn auch für ihn ging es zur Sternfahrt der Touristik nach Berlin. Als Mitorganisator des Konvois erlebte er sowohl in der Vorbereitung als auch nun live vor Ort den Zusammenhalt der unzähligen engagierten Kollegen, die ihre Ängste, Nöte und teils auch Verzweiflung mangels tragfähiger politischer Entscheidungen zum wiederholten Mal auf die Straße brachten und die nur allzu oft in einer Gänsehautstimmung mündete. Jede Menge Schlaf hat auch ihn das alles gekostet, aber das Resultat entschädigt um ein Vielfaches.

„Es ist unglaublich was wir hier zusammen auf die Beine gestellt haben“. sagt er sichtlich berührt. „Jetzt kommt es darauf an, dass wir endlich gehört werden, wir haben keine Zeit mehr“. Kevin Walther weiß wovon er spricht. Neben seiner Funktion bei der unabhängigen TSS-Kooperation ist er selbst Reisebüroinhaber im thüringischen Apolda. In dieser Doppelfunktion bekommt er die Ängste und Sorgen der Kollegen, aber auch die sehr unterschiedlichen Gefühle der Kunden jeden Tag sehr intensiv zu spüren. „Das in positive Energie und Perspektiven umzuwandeln ist nicht immer leicht. Wir als Repräsentanten hier
draußen oder aktuell eher über virtuelle Medien, genau wie meine Kollegen in der Zentrale oder vom Home-Office aus, tun alles, was möglich ist, um den Reisebüros in dieser schweren Zeit zu helfen, Ideen und Hoffnung zu geben, Perspektiven zu schaffen, aktiv und positiv zu bleiben. Das kostet Kraft, aber mit jedem Tag stehen wir hoffentlich näher am Ende dieser Krise.“ so Walther.

„Heute war ein wichtiger Tag für die Reisebüros und die Touristik im Allgemeinen“ gibt sich auch TSS-Kooperationschef Manuel Molina optimistisch: „Wir sind sehr stolz, solch engagierten Mitarbeiter wie Kevin Walther in unseren Reihen zu haben, aber auch auf die vielen anderen Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland, die das Schicksal zunehmend versuchen, in die eigene Hand zu nehmen. Dafür stehen wir, dafür stehen die Reisebüros… das ist die Basis, das ist Tourismus, das ist Herzblut für die Branche“. so Molina.

In der Zentrale in Dresden wird derweil wie vielerorts parallel an der Zukunft gearbeitet. „Ganz klar: es braucht Veränderungen, mehr Gemeinschaft, mehr Verständnis füreinander, mehr Verbindendes als Trennendes, bessere gemeinsame Zukunftsperspektiven! Das ist wichtig, aber bitte mit Köpfchen und nicht mit der Brechstange. Wir müssen und wir werden gemeinsam mit den Veranstaltern Lösungen finden, um den Reisebüros eine Zukunft zu sichern. Und die Signale aus den Zielgebieten deuten an, dass auch sie hier zukünftig eine stärkere Rolle spielen möchten.“ gibt sich Molina kämpferisch und optimistisch zugleich.

Kevin Walther ist während dessen schon wieder im Meeting. Der nächste virtuelle Austausch mit den Büros steht an. Das ist wichtig und hat sich inzwischen etabliert. Er freut sich aber auch schon wieder auf die Bürobesuche und Treffen in „normalen“ Zeiten. „Der persönliche Kontakt mit Anfassen, in die Augen schauen, Mimik, Gestik, einfach Emotionen zu spüren, die unser Geschäft ausmacht, das fehlt mir schon sehr.“ Es ist an der Zeit, dass es langsam wieder losgeht und bis dahin macht er Außendienst halt doch weiterhin noch etwas anders als sonst.

Dresden, 13.05.2020