TSS GROUP beendet erste Phase der Mitgliederbefragung

Über drei Monate Corona liegen nun inzwischen bereits hinter der Branche. Drei Monate voller Sorgen, Ängste und Befürchtungen: um die eigene Gesundheit, aber auch um die eigene wirtschaftliche Existenz. Die Dresdener TSS-Kooperation hatte vor sechs Wochen eine dreigliedrig angelegte Mitgliederbefragung begonnen, um sich sowohl ein detailliertes Stimmungsbild in den angeschlossenen 2.400 Reisebüros in Deutschland zu verschaffen, aber auch, um zukünftige Ansätze und Aufgabenfelder im Zusammenspiel mit Reiseveranstaltern, Airlines und Destinationen zu erarbeiten. Die erste Phase wurde nun beendet und die Teilnahmequote war trotz der schwierigen Rahmenbedingungen vieler Reisebüros mit fast 68 Prozent sehr gut.

„Das Bemerkenswerteste für mich war der Kampfeswille und die Zuversicht angesichts der akuten existenziellen Bedrohung in der jetzigen Phase. Die Partnerbüros bestätigten uns nochmals die schwierige Gesamtlage, eine deutliche Mehrheit bekräftigte aber gleichermaßen, dass mit den richtigen Schlüssen und Strategien durchaus gute Chancen bestehen, diese Krise zu meistern. Das hat mich sehr beeindruckt.“ so TSS-Geschäftsführer Manuel Molina. Weniger erstaunlich war da schon der mit über 90 Prozent überzeugend geäußerte Wille der Reisebüros, an ihrer Unabhängigkeit festzuhalten. „Nicht wenige Büros haben in der Umfrage angemerkt, dass es gerade in Krisenzeiten für sie wichtiger denn je ist, frei agieren zu können. Diesen Weg werden wir auch zukünftig nicht verlassen.“, bekräftigt Molina seine Strategie. Kein Verständnis zeigten die Büros dann auch für das Krisenmanagement so mancher Reiseveranstalter und auch vieler Airlines. Negative Spitzenwerte wurden hier insbesondere bei der Erreichbarkeit, der Kommunikation gegenüber den Reisebüros wie auch den Kunden, der Bearbeitungsdauer und dem Umgang mit Kundengeldern gesetzt. „Auch wenn es natürlich positive Ausnahmen gibt und Kurzarbeiterregelungen keinen Regelbetrieb darstellen, so muss man dennoch sagen, dass die Performance Vieler wenig partnerschaftlich, teilweise
unterirdisch und für das eigene Qualitätsversprechen an sich beschämend war und zum großen Teil leider noch immer ist.“ fasst der TSS-Chef nochmals den Unmut der Agenturen zusammen.

Dennoch gilt es, für die Zukunft wieder an einen Tisch zu finden. „Es wird entscheidender denn je, wieder mehr miteinander statt übereinander zu sprechen. Wir müssen die Finger in die Wunden legen, die durch das Corona-Virus deutlich offenbart wurden und gemeinsam auch wieder an Strategien mit zukunftsfähigeren Parametern arbeiten. Schon vor Corona fehlte es hier allzu oft an mittel- bis langfristige Ideen, Ansätze und Perspektiven.“ so Molina. Der Auftrag wurde der TSS dann auch bereits in der ersten Phase der Befragung nochmals deutlich ins Aufgabenheft geschrieben. Priorität haben mit etwa 80 bis 90 Prozent Zustimmung u.a. die Verhandlung möglichst langfristiger Verträge, die frühzeitige Veröffentlichung von einfachen und verständlicheren Vergütungsmodellen für bessere Planbarkeiten. Auch ein Qualitätsversprechen bei der Erreichbarkeit sowie der Wegfall der Mindestumsätze und Provisionszahlungen im Stornofall waren klare Forderungen der Reisebüros. Durchgefallen ist hingegen eine Abkehr vom Handelsvertreterstatus und auch mit Beratungs- und Serviceentgelten tun sich die Büros weiterhin sehr schwer.

„Angesichts der aktuell angespannten Finanzlage vieler Veranstalter und Airlines muss man aber sicher auch ab einem bestimmten Punkt Realitäten im allgemein immer länger werdenden Forderungskatalog berücksichtigen. Ich glaube, uns sollte klar sein, dass nicht alles sofort bei allen gehen wird. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir mit vielen Playern in mehreren Schritten zu den gewünschten Ergebnissen kommen können.“ gibt sich Molina optimistisch. „Dass wir im Vertrieb kreativ sein können, haben viele Kolleginnen und Kollegen bereits ausreichend bewiesen. Jetzt ist es an den Veranstaltern, die gleiche Kreativität zu zeigen, wenn sie auf die Reisebüros zugehen. Und das sollten sie, denn sie brauchen die Reisebüros mindestens genauso wie die Reisebüros funktionierende Veranstalter!“

Die komplette Auswertung der Ergebnisse wurde für die Reisebüros im TSS-Intranet veröffentlicht.